
Am Samstag, den 1. April 2025, wird die Pfarrkirche St. Jakobus in Schifferstadt zum Schauplatz eines besonderen Konzerts. Der Münchener Domorganist Ruben Sturm lädt zu einem Orgelimprovisationskonzert ein, das sich thematisch um die Fasten- und Passionszeit dreht. Das Programm verspricht, eine Vielzahl an musikalischen Stilen zu präsentieren, von Barock über Romantik bis hin zur Neoklassik. Die Rheinpfalz berichtet, dass Ruben Sturm in Speyer geboren und in Schifferstadt aufgewachsen ist. Seit seiner Kindheit hat er eine enge Beziehung zur Kirchenorgel.
Sturm war früher als Organist in der Schifferstadter Pfarrkirche St. Jakobus aktiv, und an diesem Abend kehrt er zu einer Orgel zurück, die er vor 25 Jahren mitgeplant hat. Seine Improvisationen basieren auf traditionellen Melodien, die aus dem Gotteslob stammen, wie zum Beispiel „Du Sonne der Gerechtigkeit“ und „O Mensch, bewein‘ dein‘ Sünde groß“. Zudem wird er Erinnerungen an die Komponisten Erhard Quack und Josef Stein in seine Darbietung einfließen lassen.
Die Vleugelsorgel in St. Jakobus
Die Orgel, an der Sturm spielen wird, ist die Vleugelsorgel, die 1999 in St. Jakobus installiert wurde. Laut den Informationen auf kirchenmusik-stjakobus.de kam es zum Neubau der Orgel nach einem Gutachten des Orgelsachverständigen Manfred Degen, das gravierende Mängel der alten Paul Sattel-Orgel aufdeckte. Die Gesamtkosten für eine Renovierung wären nicht nur hoch gewesen, sondern auch nicht verhältnismäßig im Hinblick auf die klanglichen und technischen Mängel.
Daraufhin entschied sich die Kirchengemeinde, eine neue Orgel zu bauen, und die Auswahl fiel auf die Orgelmanufactur Vleugels aus Hardheim. Wichtige Mitwirkende bei der Planung waren der damalige Organist Huber Mayer und ein 19-jähriger Ruben Sturm. Der Einbau der neuen Orgel fand zwischen dem 14. August und 24. September 1999 statt, wobei die alte Orgel demontiert und die Empore vollständig umgestaltet wurde.
Künstlerische Wertschätzung
Seither hat die Vleugelsorgel eine bedeutende Rolle in der Schifferstadter Musikszene übernommen. Namhafte Organisten, darunter Felix Hell, John G. Scott und Ruben Sturm, schätzen die Orgel als ein bemerkenswertes musikalisches Kunstwerk. Ohnehin hat die Orgel eine lange Geschichte, die bis zu ihrer Erfindung im 3. Jahrhundert v. Chr. durch den Techniker Ktesibios in Alexandrien zurückreicht. Die Orgelseite erläutert, dass die Orgel im Abendland erst im 8. Jahrhundert n. Chr. wieder aufkam und im Laufe der Jahrhunderte sowohl als Statussymbol als auch als heiliges Instrument in den Gottesdiensten Verwendung fand.
Das bevorstehende Konzert am Samstag beginnt um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakobus, Kirchenstraße 16. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine Spende zur Unterstützung der Orgel gebeten. Dieses Ereignis bietet sowohl Liebhabern der Kirchenmusik als auch Interessierten eine gute Gelegenheit, die beeindruckende Vleugelsorgel in einem besonderen Rahmen zu erleben.